Vorfahrtsregelung auch auf Skipisten?
Nach jahrelanger Abstinenz habe ich mich auf einen Gipfel gewagt. Meine Skier sind veraltet, dafür bin ich mit Gymnastik gut vorbereitet. Die routinierten Skiläufer sind perfekt, bis über den Scheitel mit Helmen für eine rasante Fahrt gerüstet. Ähnlich wie beim Auto machen Accessoires, wie Antiblockiersystem und Airbags
noch keinen guten Fahrer. Das Recht des Stärkeren scheint zu gelten. Von Rücksicht oder Vorfahrtsregeln keine Spur. Schlimmstenfalls bis die Bänder schnalzen und die Knochen knacken.Ich habe überlebt!
Sport ist Mord
Ein heißer Tip für alle Münchner!
Im Geschäft Daisy Trautenwolfstr. 5 München Öffnungszeiten: Mo-Fr 10.00-19.00 Sa 10.00-16.00 Größen 36-44 findet ab heute, 12.01.-21.01. ein wunderbarer Verkauf statt ( von H. Leger über Valentino zu Myake und Dolce & Gabbana. Auf das Passwort:“Papen“ werdet ihr in die obere Etage gelassen.
Viel Vergnügen und Erfolg, Johanna
Laienkritik eines begeisterten Zuhörers
Ein inszeniertes Puzzle
Die Kammeroper München begeistert mich! In der intimen Atmosphäre des Hubertusaales in Schloss Nymphenburg ist der Zuschauer wahrhaft nah dran. Er hält zum Beispiel nach einer dramatischen Selbstmordscene die Messer, damit sich das Paar besser umarmen kann. Ein unermüdliches “Happy End“ gottlob ganz ohne “Nackerte”. Auch an den Küssen und Umarmungen hätten William & Kate ihre Freude gehabt. Die von Dominik Wilgenbus inszenierte Oper: “Diener zweier Herren“ hat intelligenten Witz, sehr viel Taktgefühl und Schwung. Über Tisch und Bänke geht die Handlung hin. Selbst der Dirigent opfert für einen Moment seinen Taktstock. Licht, Maske & Kostüm unterstreichen meisterhaft den Werkstattcharakter, der das enthusiastische Publikum in Atem hält.
http://www.kammeroper-muenchen.com/dzh_920.htm
Garderobenvorschriften
Keine Leibesübungen, ohne die richtige Kostümierung
Ein typisch deutsches Phänomen scheint die Unmöglichkeit, auch ohne die richtige Bekleidung, einen Sport auszuüben zu können. Wie auch boomende Sporthäuser bezeugen hat sich dieses spätestens seit den 1960er Jahren durchgesetzt. Als ich einmal in einem Reitstall das übermütige Riesenross meines Sohnes vor der Reitstunde, zugegebenermaßen in Jeans anstatt Reithosen abreiten wollte, wurde mir dieses entsetzt verwehrt: “Sie tragen doch gar keine Reitkleidung!“
Dieser Aufschrei erinnert mich an eine Geschichte, direkt nach dem Krieg. Ein Verwandter rettete sich mitsamt seinen Kindern mit Mühe und Not und den Kleidern am Leib zu seinem Verwandten nach Deutschland. Dieser wiederum konnte ihn nicht empfangen, da er ja keinen Frack als Abendanzug zum Diner dabeihatte
Karlsbader Wochenende 2012 / Save The Date
Aller Voraussicht nach findet das Karlsbader Wochenende 2012 vom 26.04.-01.05. statt. Kommendes Jahr wird eine zweitägige Konferenz zum Thema“ Ressourcen“ vorangestellt.
Das Karlsbader Wochenende 2011 war ein Riesenerfolg. Bei durchgehend gutem Wetter könnten alle Veranstaltungspunkte unter optimalen Bedingungen durchgeführt werden. Vielen Dank für die Teilnahme. Wir freuen uns jetzt auf Euch alle, das kommende Jahr!
Eine Auswahl der 4000 Fotos ist auf meine Homepage hochgeladen (raws). Bitte eine Mail an info@niveauconcepts.com dann kann ich Euch das Passwort für den Login zukommen lassen.
Falls Ihr die Disc noch nicht bestellt habt:
fotojiskra@fotojiskra.cz
The coming Karlsbader Wochenende 2012 will take place: April, 26th until Mai 01st. As well we will have a conference before (26 +27 of April). The topic will be“ Resources“
Karlsbader Wochenende 2011 was espacially high-flying. All the events had nice weather and therefore were very successful. Thanks a lot to all of you for attending! We look forward to see you the coming year!
We selected some photographs out of 4000 and please send me an e-mail info@niveauconcepts.com we will then send you back the password for the login. If you haven’t yet ordered the disc with 4000 photographs please send a mail to :
fotojiskra@fotojiskra.cz
Ein Lob der Uniformen
Neben einheitlicher Kleidung beim Militär existiert dieses zunehmend auch in Firmen. Die ähnliche Kleidung soll den Gemeinschaftsgedanken stärken. Eben dieses scheint auch die Idee hinter der Einführung von Schuluniformen zu sein. Das Individuum tritt hinter seiner Rolle als Repräsentant seiner Einrichtung, seines Berufes, oder seiner Rolle zurück.
Vor längerer Zeit saß ich in einem Café in Brügge. In der warmen Herbstsonne genoss ich das wunderschöne Panorama der Stadt als plötzlich hunderte von wunderhübsch gekleideten Kindern auftauchten, die vor den prachtvollen Gebäuden ein beeindruckendes Bild abgaben. Grünblau karierte Röcke und Hosen zu blauen oder grünen Pullovern. Darunter adrette weiße Blusen und Hemden.
Die umgekehrte Wirkung erlebte ich in Cornwall. Wir waren extra früh losgefahren, um einen Straßenmarkt zu erleben. Dieser fand leider nicht statt. Wir wurden gründlich entschädigt. Auch hier Berge voller Kinder. Die Mädchen in hautengen, am Bauch gebundenen weißen Blusen, die Röcke in der Taille mehrfach umgekrempelt um die netzstrumpfumhüllten Ober- und Unterschenkel in turmhohen schwarzen Stöckelschuhen freizugeben. Ein nicht so gelungener Auftritt. Dafür sehr komisch. Die Mädchen hatten ihre Wirkung wohl gründlich unterschätzt.
Auch in München trägt man Tracht. Spätestens beim Oktoberfest zu allen Uhrzeiten zu bewundern. Passanten machen eine wunderbare Figur. Die Röcke gestärkt, Hauptsache in Form.
Alles besser als lila Jogginganzüge in der U-Bahn oder auf der Couch hingelümmelt. Kartoffelartig anzusehen.
Das ist der Grund dafür, warum ich ein Verfechter von Garderobenvorschriften bin. Auf jeder formelleren Einladung etwa schriftlich unten links, Anzug: dunkler Anzug oder Blazer, Cut, Frack, Uniform.
Dann ist klar was die Damen dazu wählen. Deutlicher als casual smart, sommerlich oder andere schwammige Begriffe.
Nebenbei ist man nachher nicht gezwungen, wie bei Loriot, sich selbst in den Arm zu kneifen. Zwecks der Überprüfung, ob man wacht oder schläft. Als Einziger unter hunderten anders gekleideten, eine Peinlichkeit sondergleichen.
Hut ist gut!
Wer keine Frisur hat, sollte jedenfalls einen Hut haben. Besonders im Winter, bei Kälte, total unterschätzt. In Zeiten von Hautkrebs aber auch im Sommer brandaktuell, macht er ein Outfit erst richtig komplett. Es lässt sich auch so gut flirten oder verstecken, unter der Krempe. Die immer mal, bei Senken des Kopfes vor das Auge rutscht. Besonders die Vorfreude des nächsten Treffens, vielleicht ohne Hut, darf man nicht unterschätzen.
Ein wunderbares Spiel: Erkennt man mich? Vergrößern, verkleinern, verdecken, entblößen, fast wie Wäsche anzuwenden bei geschickten Trägerinnen. Mit und ohne Schleier. Der Wind spielt mit der Krempe, ich hoffe die Hutnadel hält in der Frisur. Nicht das der Effekt verweht und man atemlos der Kopfbedeckung nachjagt. Das wäre ein lächerliches Bild und zerstörte die schöne Illusion. Beim Pferderennen im goldrichtigen Rahmen. Die Männer würdig mit Zylinder im Cut. Das Profil wird bestärkt.
Fastenzeit
Passenderweise findet das Karlsbader Wochenende dieses Jahr eine Woche nach dem Osterfest statt. Wir befinden uns seit Aschermittwoch bereits in der 40 tägigen Fastenzeit. Eine geniale Idee für Seele, Körper und Geist. Auch wenn es schwer fällt. Die Auslagen sind jetzt bereits voll mit Spezialitäten: Hasen, Küken und Ostereier, alle schauen mich an. Ich habe mich für Askese entschieden. Schlechte Alltagsgewohnheiten werden überdacht und eventuell verändert. Konsum und Genussverhalten wird unterbrochen. Lastern wird entsagt. Alkohol, Tabak und Schokolade, Fernsehen, Soziale Netzwerke, und auch Heizung. Einzig um sich zu reinigen, abzuschalten, sich Zeit zu nehmen, Unabhängigkeit zu proben. Pause vom Konsum.
Danach kann man sich doppelt freuen, bewusst und mit voller Kraft!
Laue Luft, Licht und Vogelgezwitscher
Über alle Zweifel erhaben: Der Frühling ist da. Das Karlsbader Wochenende findet bereits in acht Wochen statt. Bis dahin soll alles noch grünen und blühen. Hoffentlich haben wir Glück mit dem Wetter. Wir hoffen auf strahlende Sonne, möglichst wie letztes Jahr. Langsam fange ich an alles vorzubereiten: Kleider, Handschuhe, Strümpfe und nicht zuletzt die jeweils passenden Schuhe. Stundenlanges Stehen, Gehen im Sturmschritt, Auf und Ab beim Rennen, auf Rasen und Tribünen, Tanzen auf jeglichem Parkett. Eine Herausforderung für Füße und Schuhe. Nach meiner Rückkehr brauche ich eine Woche, bis Blasen und Schwellungen abgeklungen sind. Ein Härtetest für jegliches Material. Eingelaufen sollen sie sein aber nicht benutzt ausschauen. Schlimmstenfalls hilft eine fachmännische Lymphdrainage.
Daisy: A propos Fasching
Haben Sie sich schon einmal in einen Matrosen verliebt oder in eine Bauchtänzerin – nein? Ach so, Sie wissen nicht wo Sie einen Matrosen finden und eine Bauchtänzerin ist auch nicht so leicht zu orten. Ihnen kann geholfen werden:
Fasching ist die Möglichkeit ohne weite Wege, ohne grösseres finanzielles Risiko und auch (zunächst) völlig unverbindlich oben genannte kennenzulernen, falls Sie bereit sind sich zu kostümieren und nicht nur mit einer roten Schleife um den Hals sich zu den tollen Tagen ins Getümmel zu stürzen. Kostümierung ist wichtig und trotz des heiteren Treibens eine bitterernste Angelegenheit.
Ich habe den Matrosen und die Bauchtänzerin ausgesucht weil diese beiden Verkleidungen bei Veranstaltungen sehr stark vertreten sind, unter anderem neben Cowboys, Indianern, Prinzessinnen und Piraten. Das heisst auch im Umkehrschluss dass Sie gegebenenfalls unter zehn Matrosen oder zehn Bauchtänzerinnen den oder die Schönste auswählen können – cherchez la fortune!
Ob sich später unter dem auf dem Ringelhemd zusätzlich aufgemalten Sixpack tatsächlich ein muskulöser Body versteckt oder ob Suleika braune Kontaktlinsen trägt und eigentlich Antje aus Delmenhorst ist, wollen wir eigentlich noch nicht wissen, denn der Abend hat ja erst begonnen.
Wie wollen Sie aussehen, haben Sie den Mut zur Hässlichkeit oder verfolgen Sie das Ideal aus der Kinderzeit: Einmal Prinzessin immer Prinzessin. Möchten Sie sich auf der Tanzfläche ausklinken oder lieber den halben Abend Champagner trinken und frühzeitig die Fete verlassen um genügend Schlaf zu bekommen.
Mein Grossvater hat sich einmal als Johanna von Orleans verkleidet, eine Flachsperücke deren lange Haare zu Zöpfen geflochten wurden, ein einen zerbeulten Kochtopf “auf Form” gedrückt, ein weites Nachthemd, über die Schuhe ist nichts überliefert. Beim traditionellen Ball der “Damischen Ritter” ging er einfach als Ofen. In ein passendes Rohr mit genügend Bewegungsfreiheit gezwängt, an seiner “Rückseite” eine Tür, die beim Öffnen dem Neugierigen den nackten … präsentierte. Das war`s.
Ich selbst verkleide mich am liebsten als Vampir. Böse Zungen behaupten ja, ich müsse da nicht allzu viel machen. Der grösste Vorteil ist: man kommt fast so wieder nach Hause wie man weg gegangen ist: bleich, wirr, zerfetzte Kleidung und der Verlust von ein paar künstlichen Zähnen ist leicht zu verschmerzen. Jedenfalls kann ich sagen: Es war immer erfolgreich – in jeder Beziehung. Einmal ließ die Gastgeberin eine Schüssel mit libanesischem Linsensalat fallen als sie mir nach Sturmgeklingel, Klopfen und Knurren die Türe öffnete. Eimal kassierte ich von einem sehr ruhigen Tänzer bei dem ich mich wunderte dass er so sprachlos war, ein schönes Kompliment:,,Wir beide haben eine grosse Gemeinsamkeit – die Zähne, nur – bei mir sind sie echt.”
In diesem Sinne: Ein dreifaches und herzliches Helau – oder war es Alaaf?
Ihre Daisy
Hippolais: Die Forelle
Wo das Flußbett sich weitet, fließt der Fluss träger. Langsam, mit kleinen gräulichen Wirbeln treibt das glasklare Wasser über den hellen, sandigen Grund.
Da steht der Angler.
Es ist ein alter, erfahrener Angler. Seine Beine in den hohen Gummistiefeln sind
gespreizt. Er will seinen Halt nicht verlieren. Seine Arme sind sehnig, das Gesicht
gespannt, fast lüstern.
Und nun die Forelle. Sie ist schön. Ihr Körper ist ganz gespannt, ganz Muskel – straff
und stromlinienförmig auf der Oberseite, sanft gerundet der Bauch. Die feuchten Farben
ihres Rückens gleiten, schmelzen ineinander: perlmutter, schiefer, oliv, rosé
.
Mit Lichtflecken durchsetzt.
Ihr heller Bauch glänzt. Ihre Augen sind dunkel und sehr lebendig.
Dicht gleitet sie unter der Wasseroberfläche. Ihre Schwanzflosse schlägt lässig das Wasser. Ihr ganzer Leib ist Lebensfreude und Neugier. Sie spürt die Sonne auf ihrem Rücken. Sie ist arglos.
Da sieht sie den Angler. Übermächtig. Unter Wasser bleibt sie stehen und blickt zu ihm hinauf.
Sie denkt: Wie groß ist dieses Wesen. Wie ragen diese zwei prächtigen Säulen zu ihm auf. Sein Kopf stößt weit oben an den Himmel. Die Sonne leiht ihm ihren Glanz. Es muß ein Gott sein.
Der Angler sieht sie ganz still im Wasser stehen. Es sieht aus, als blicke sie zu ihm herauf.
Sie ist so nahe. Sie ist die größte Forelle, die er je sah. Er ist begehrlich. Er ist gierig. Er will sie haben – und zwar jetzt.
Da vergißt er alle Vorsicht und alle Erfahrung. Erfahrung heißt:
Sich auf Erlebtes und Gelerntes besinnen. Bedächtig danach handeln. Warten können.
Sehen, hören, riechen, schmecken: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt. Sich einfühlen
in andere Lebewesen, verstehen! Auch die, die man einfangen will oder töten.
Er dreht sich nach hinten: eine einzige, fließenden Bewegung, ergreift sein Netz,
holt hoch aus und schlägt es brutal klatschend hinein ins Wasser, über die Schöne.
Plötzlicher Schrecken. Zusammenziehen der Muskeln, geschmeidige Bewegung. Ihr glatter Körper wird ein lebendiges S. Sie zickzackt nach unten ins Wasser, viel schneller als das Netz, dies plumpe Ding aus Menschenhand. Mit wenigen, starken Bewegung ihrer Flossen schnellt sie davon – und folgt dem Flußlauf ins Abenteuerliche, Unbekannte. Sie wird andere Wunder sehen und anbeten.
Der Angler ist schon vergessen.
Fazit: Es ist ausgesprochen dumm, zu schnell und zu grob nach dem Begehrten zu grapschen – mit Worten wie auch mit Taten. Die Beute, die man so erhascht, ist den Sieg nicht wert. Die andere, wirklich einzigartige Beute ist für immer verloren.
Ladeville: Alle wären schön?
Wer an einem Montag Morgen in die U-Bahn/Bus/Tram steigt und die eigene Gattung näher betrachtet, muss sich fragen warum so viele Menschen so hässlich aussehen. Sind sie so geboren? Sind sie so geworden und wenn, warum? Kleine Kinder sind doch im Grunde alle hübsch. Egal welche Hautfarbe. Und wenn sie in die Schule kommen, lachen sie und sind alle süß. Aber schon wenn sie in die nächste Schule kommen, lachen sie weniger und sind oftmals schon nicht mehr so süß. Spätestens wenn sie mit der Schule fertig sind, lachen sie kaum noch und sind kaum mehr süß. Und schließlich, wenn sie anfangen zu arbeiten, lachen sie schon fast gar nicht mehr und kriegen diesen hässlichen Depri-Blick in der U-Bahn/Bus/Tram. Und wenn sie Jahrzehnte arbeiten… und wenn sie dann in Rente gehen…! Vivat Kinder und Kindeskinder!!
Hippolais: Hände weg vom Ex
Ich hatte geschäftlich in Berlin zu tun. Doch die Zeiten gebieten Sparsamkeit
So kam ich auf den Gedanken, alte Freunde und Bekannte zu befragen – ob sie mich für eine Woche aufnehmen könnten? Ich googelte. Und fand Rudolf wieder! Rudolf besitzt eine erfolgreiche Firma (HiFi-Elektronik) Ich erhoffte ein bequemes Gästezimmer in seinem Haus . Ich mailte eine liebenswerte Anfrage. Und er antwortete! Aber selbstverständlich könnte ich kommen – er freue sich sehr, mich wieder zu sehen!
Rudolf war vor langer Zeit mal mein… hm, was denn nun?
Ihn als Liebhaber, Freund oder Lebensabschnittsgefährten zu bezeichnen, widerstrebt mir, denn ich nenne die Dinge gern beim wirklichen Namen. Rudolf war weder guter Freund noch glaubhafter Liebhaber. Als Lebensabschnittsgefährte mag er während unserer gemeinsamen drei Jahre irgendwie fungiert haben – allerdings ist mir die Erinnerung an diesen Lebensabschnitt fast völlig abhanden gekommen – wegen ständiger Einnahme starker Beruhigungsmittel und Anti-Depressiva.
Die deutsche Sprache, sonst voller Wortspiele und Beschreibungen, hat noch keinen passenden Ausdruck für diese Form menschlichen Zusammenseins gefunden. Als neue Ausdruck einer solchen Partnerschaft schlage ich vor: Purgartory Partner – eine elegante, bildhafte Alliteration. Auch in Zeiten akuter Wortkürzungen dem eher unbeholfen ‚Lebensabschnittsgefährte’ (mit 24 Buchstaben) durch einen nur mit siebzehn Buchstaben perfekt dargestellten Zustand überlegen.
Mein Zweckoptimismus gaukelte mir bei dieser Reise – wie schon oft – Dinge vor. Nämlich dies: die weise, alte Zeit sei über einen abscheulichen Charakter hinweg geglitten, habe ihn geläutert und ihn zu einem glatten, edlen Kleinod geschliffen. Diese Vermutung zog ich aus einem charmanten Mailverkehr mit Rudolf, der meiner Reise voran gegangen war – und dem optischen Konsum vieler USA-Liebesfilme, in denen sich das Leben genau so abspielt.
So hoffte ich, einen Mann zu treffen, der sein Bestes behalten hätte – gute Figur, gute Kleidung und der seine vielen schlechten Eigenschaften: Geiz, Boshaftigkeit, Egozentrik und Hang zur Promiskuität durch Güte, Weitblick und menschliche Reife ersetzt hätte.
Und richtig: Da federte er schon den Bahnsteig entlang. Meine erste Annahme war richtig gewesen : drahtiger V-Körper, wehender Kaschmirmantel, Boss-Anzug, Grainlederschuhe. Perfekt!
Spontan fand ich mich moppelig.
Und bekam das auch bald bestätigt: ‚Bist ganz schön rund geworden, wie?’ Und dann ging es weiter: ‚Beige ist ja was für Senioren, nicht? (Mein bester,
teuerster Mantel!) Bist eigentlich zu alt für mich jetzt, hahaha!’,‚Sag meinem Geschäftspartner bloß nicht, daß wir mal zusammen waren, Kleine!’’ ‚Findest Du den Rock (PRADA; schwarz , kniebedeckend!) nicht zu kurz – bei Deinen Beinen? ‚Und später: ‚Wer kein Geld hat, darf auch nicht Essen gehen, oder? Kauf Dir ne’ Currywurst – ich jedenfalls hab kein Geld dabei!’
Wenn ich mit der Möglichkeit eines unverbindlichen Flirts gespielt hatte, (na gut, ich hatte) so war dieses erotische Fünkchen schon am zweiten Tag meines Aufenthalts zu einem federleichten Ascheflöckchen verkohlt. Es wurde im Luftstrom weiterer Gemeinheiten davon getragen.
Nur abends, nach Genuß edler Weine (die er mir nicht anbot, denn: ‚Du bist schon dick genug’) kam eine wundersame Wandlung über Rudolf. Seine Blicke, nun schon etwas verschwommen, saugten sich am oberen Drittel meiner – zugegebener Maßen recht ausgeprägten - Figur fest und ja, gar kein Zweifel: er sabberte!
Da fiel mir ein Gedicht von Heinrich Heine ein, der zwar für die Eleganz seiner Verse, aber nicht unbedingt für seinen liebevollen Umgang mit Frauen bekannt war:
Blamier mich nicht, mein liebes Kind,
Und grüß’ mich nicht unter den Linden;
Wenn wir nachher zu Hause sind,
Wird sich schon Alles finden.
Es fand sich aber Nicht. Oh nein, nicht mit mir! Zumindest nicht das, was Heinrich damals eitel voraus gesetzt und Rudolf jetzt herbei gegiert hatte. Ich ertrug die Schmach äußerlich gefaßt. Innerlich allerdings brodelte ich wie Lava bei mindestens 1.000 Grad. Als ich meine Geschäfte in Berlin erledigt hatte, reiste ich ab: erschöpft und gefühlte hundert Jahre alt.
Aber ich lerne daraus: Ich habe angefangen, über jeden
meiner Herren-Encounter (vulgo: Männerbekanntschaften) Protokolle zu schreiben: Charakterdarstellungen, Wohnungsbeschreibungen, Sprachschnitzer, modische Verfehlungen, etc.; diese Protokolle sind so haarsträubend, so entblößend peinlich und komisch, daß mir beim Wieder-Lesen alles vergeht; Zu allererst aber der Wunsch, einen dieser ‚Herren’ jemals wieder zu treffen.
Ladeville: Dichterschauen, zum 80igsten Geburtstag von Thomas Bernhard
Ohlsdorf, in Oberösterreich. Eines der Häuser von Thomas Bernhard. Ein Vierkanthof den es nicht mehr gäbe, hätte Thomas Bernhard ihn nicht seinerzeit gekauft und zu Lebzeiten ganz bewusst schon wie ein Museum eingerichtet. Andächtig ziehe ich durch die Räume, die alle wie eines seiner Theaterstücke inszeniert wirken und tatsächlich vom Hausherrn kaum benutzt worden sind. Besucher hat er nur immer sehr wenige reingelassen. In jedem Raum ein grüner Kachelofen, ein Tisch, ein Jagdmesser darauf liegend, ein grüner Ohrensessel. Die Reitutensilien, die Jagdaccessoires, alles nur Dekoration. „..Die Leute gehen am Wochenende, so wie sie früher Affenschauen gegangen sind, jetzt Dichterschauen…“ Das wusste er damals schon.
Daisy: À propos Valentinstag oder – Sags durch die Wurst!
nachdem der Valentinstag sich schon lange im Bewusstsein der Menschen als Tag der Liebenden breit gemacht hat und der Einzelhandel von der Lust des Schenkens kleiner Liebesgaben wie auch nicht wenige Beschenkte vom schlechtem Gewissen des Schenkenden profitieren, verzichte ich darauf zu erwähnen, dass er auch dieses Jahr auf den 14.Februar fällt.
Die Ursprünge, bzw. der Anfang mit kleinen Liebeserklärungen, genannt “Valentines” finde ich durchaus spannender als die große Kommerzialisierung, die vor allem auch durch die exzessive Werbung der Floristen angeschoben wird. Merkwürdig dass gerade kurz vor diesem Zeitpunkt der Preis für Rosen jedes Mal stark ansteigt, wo wir doch das ganze Jahr hindurch Rosen zu einem einigermaßen vernünftigen Preis bekommen. Mich erinnert das immer fatal an die Erhöhung der Benzinpreise zu Ferienbeginn – ich weiß, der Gedankengang ist durchaus ein bisschen gemein.
So möchte ich Euch den Schwung nicht nehmen und für diejenigen, die noch nicht im Alter sind, in dem man sich nach dem/der Geliebten verzehrt und ihr nahe sein möchte, sei der schlichte Hinweis “Wikipedia”angemerkt, dort findet man einiges zu Ursprung und Brauchtum.
Zum materiellen Aspekt des Valentinstages ist das Wichtigste schnell gesagt: Absolut langweilig und ohnehin out ist der Platinring im Champagnerglas, das Panzerarmband unter dem Frühstücksteller, der Akkuschrauber in der fertig gepackten Tasche für das Fitnessstudio: Peinlich für den der ihn auspackt zwischen Duschgel und einer Garnitur frischer Unterwäsche, außerdem zu schwer, also in jeder Hinsicht belastend. Auch die Krawatte, kreativ um die Edelstahldose mit dem Pausensnack gewickelt – ich muss nicht weiter reden.
Da die Zeit der Kavaliere vorbei zu sein scheint mögen sich doch bitte wenigstens ein paar Mutige mit einem kleinen Strauß frischer Veilchen vor wagen – ich finde das ganz hinreißend!
Für die Anderen unter Ihnen die jetzt schon sich das Hirn zermartern, was sie schenken können und wie ein Raubtier im Käfig unruhig hin und her wandern, habe ich ein besonderes Bonbon:
Die Metzgerei Böbel aus Rittersbach, die nicht nur wegen der wunderbaren Nürnberger Bratwürste einen Abstecher von der A9 und einen kleinen Boxenstopp lohnt, verschickt seit Jahr und Tag – und das nicht nur zum Valentinstag – “Wurstbriefe”. Irgendwann einmal kam er auf die Idee (war es nicht in seinem 7.Ehejahr mit Frau Monika?), es müsse in punkto Liebeserklärungen etwas anderes her. Er verschickte einfach eine Wurst, eingeschweißt in Folie als Brief ins benachbarte Schwabenland und wartete, was daraus würde.
Die Resonanz ließ nicht lange auf sich warten: Die Wurst erreichte unbeschadet und tadellos ihren Empfänger und es begann eine schwunghafte Reisetätigkeit der “Wurstbriefe”, die sogar ihre Wege nach Teneriffa und Kasachstan fanden.
Ein schlichter “Anbandelversuch“ gehört inzwischen zum Tagesgeschäft. Inzwischen verschickt der findige Metzgermeister die ausgefallensten Liebeserklärungen in Form von Wurst: Cervelat Herzen, Salami-Bitten, Schinken-Entschuldigungen oder Bratwurst-Schwüre.
Noch träumt er von der kreativen Umsetzung eines Heiratsantrags in Wurstform, und so wie ich ihn einschätze, wird er auch das bravourös umsetzen.
***** Sterne für:
Metzgerei
Claus Böbel
D-91166 Rittersbach
www.umdiewurst.de
Hippolais
Ich stamme aus einer Familie von Spöttern.
Einer meiner Vorfahren verfasst lustige Reime auf “Deutschlands großen Diktator” und verschickte sie per Postkarte.Das ist ihm sehr schlecht bekommen. Ich selbst schrieb mit fünfzehn Jahren lustige – ich fand brilliante -
Aufsätze über meine Lehrer – und wurde
daraufhin aus den Reihen der Aufrechten und Humorlosen
verstoßen – für immer.
Das hat mein Leben radikal geändert. Ein Spötter bin
ich geblieben – Hippolais, ein kleiner Vogel, der laut und viel spricht – auch wenn er lieber den Schnabel halten sollte.
Kann man mit einem Wolf flüstern?
Die Abwrackprämie führte zu spannenden Begegnungen in öffentlichen Verkehrsmitteln.
Da Anfang vorletzten Jahres mein Auto mit einem leisen Plopp verstarb, kam ich in die Verlegenheit bis zur Lieferung des Nachfolgers meine Wege mit der U-Bahn zu bestreiten. Da ich meine Blicke gelangweilt dauernd schweifen ließ, stieß mir ein besonders schönes Tier an einer dünnen Leine gehalten, in die Augen.
Safari im U-Bahnschacht, ich war an Naturfilme erinnert. Der Hund schaute mich mit gelben Augen an. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen, ein Wolf saß mir gegenüber. Den anderen Menschen auf dem Gleis war das Tier offenbar nicht aufgefallen, so konnte ich mich, ohne Panik der anderen, nach der interessanten Rasse erkundigen. Und richtig, das Tier bellt nicht sondern heult! Aus Rumänien im Auto mitgebracht und in eine Drei Zimmer Wohnung eingebürgert. Prost Mahlzeit!
Merry Christmas and a Happy New Year
To all our guests from Karlsbader Wochenende:
You can send me an email and I will return you the login. The documentary of this year`s event is to be seen in the gallery.
The dates for the coming year will be: 29.04.-01.05.2011
Very much looking forward!
Vorweihnachtszeit?
Lady in Waiting, meine schlimmste Rolle. Ich bin im Netz und alle Fäden laufen bei mir zusammen. Ich darf mich nicht von meinem Computer wegbewegen. In so einem Zustand soll ich das Christkind erwarten. Dieses Jahr passt wirklich alles. Das Wetter ist eisig, auf dem Land liegt bereits Schnee. Bremsen kreischen. Ich bin Zuhause und habe Zeit. Ein, nach Jahren der Hetze, ganz neues Gefühl. Ich versuche es zu genießen. Koste vorsichtig das Nichtstun und unterdrücke eine Unruhe, ein schlechtes Gewissen. Eigentlich sollte ich….nein! Ich nehme mir Zeit, bereite mich auf Weihnachten vor. In aller Ruhe.
Karie A. Ladeville
Alter: k.A.
Werdegang: Ingenieurin, Exmodel, Office Managerin, PR Beraterin, Autorin
Hobbies: Klavier, Yoga, Literatur, Theater
Familie: verheiratet, 2 Kinder
Blogschwerpunkte oder worüber schreibe ich hier:
Kurze, knappe Abhandlungen, die philosophische Grundgedanken im Alltag zum Thema haben sind mein Metier. Gepaart mit einem gewissen Anspruch, auch an den Humor, können die kleinen Denkanstöße vielleicht zumindest ein Lächeln des Lesers hervorrufen – wenn nicht sogar dessen Zustimmung oder Widerspruch
Visionen
Weihnachten. Meine Kinder haben detaillierte Wunschzettel angelegt und wehe das liegt dann nicht so unterm Baum wie aufgemalt oder –geklebt! Enttäuschung pur! Wie sagte der Inhaber vom Kinderbuchverlag Coppenrath kürzlich in einer Talksendung noch? Dass er sich als Kind einen roten Roller gewünscht hätte, aber nicht irgendeinen, sondern genau DEN! Und natürlich hätte unter dem Baum dann ein roter Roller gelegen, aber nicht DER. Er hätte also weiter schmachten müssen nach DEM roten Roller. Und weiter sagte er, wer als Kind nicht das Schmachten gelernt hätte, könnte als Erwachsener keine Visionen entwickeln. Das wird ein lehrreiches Weihnachten!
Guten Tag, ich bin Daisy und werde von Mitte Dezember an dieser Stelle jetzt öfter für Sie schreiben.
Es wird mir ein großes Vergnügen sein und ich freue mich sehr darauf, Themen, zu erörtern, Fundstücke zu sichten oder Anregungen und Tipps des täglichen Lebens hier zu besprechen, denen Sie bei Interesse auch selber nachgehen mögen.
Ich bin Stylistin und oft werde ich gefragt, was ich beruflich denn da so mache. Man könnte auf eine falsche Fährte kommen, wenn man sich eine Situation vorstellt, die sich wie folgt eine Weile her auf der Maximilianstrasse in München darstellte:
Ich, leicht abgehetzt und minimal echauffiert, bepackt mit vielen großen Tüten mit herrlichen Aufschriften, einer Riesentasche, natürlich nicht ordentlich geschlossen über der Schulter und in Eile zur Straßenbahn-Haltestelle strebend.
Eine Freundin, perfekt angezogen, einen Mops an der Leine und die passende Handtasche mit dem Konterfei des Hundes nebst kariertem Englischen Drei-Wetter-Outfit versperrt mir mit einem erstaunten “das gibt`s doch nicht” den Weg. “Wir haben uns ja ewig nicht gesehen, bist du auf Shopping-Tour, hast du dir was Schönes geleistet? Komm, lass mich mal schauen. Dass Du so auf Marken stehst, man glaubts ja kaum!”
Ich war zu müde um ihr zu erklären, dass ich gerade die Ausstattung für ein Fotoshooting vorbereiten würde und das diese von ihr fälschlich unterstellte Shopping-Tour ein reiner Arbeitstag für mich sei, an dem ich meine ganze Energie aufwenden müsse, für den Kunden die richtigen Requisiten zu organisieren.
Auf Marken generell oder einzig und allein stehe ich zwar nicht, aber so ganz frei sind wir doch alle nicht, denn sonst säßen wir den halben Tag mit einer Trennschere oder einem Edding bewaffnet und trennten ab oder übermalten unerwünschte Logos.
Ich gehe davon aus, sie hat es nach meinen Mantra artigen Erklärungen dann doch verstanden und wir verabschiedeten uns herzlich, nachdem sie den gesamten Tüten und Einkaufstascheninhalt einer strengen Kontrolle unterzogen hatte. Spätestens als sie die Größen S, 36 und 38 entdeckt hatte, war sie zufrieden und ließ locker.
Einem Bekanntem, der mich einmal nach meinem Beruf fragte und beim Wort Stylistin ein skeptisches Gesicht machte, sagte ich gleich, ich hätte kein Nagelstudio und auch keinen aprikot-farbenen Pudel. “So sind sie eine Schönmacherin”, kommentierte er die Information, und das gefällt mir eigentlich am besten.
Kostüme incl. Beratung, Dekorationen, gedeckte Tische, Einrichtung und alles was in diesen Themenkreis gehört, ist mein Betätigungsfeld. Ich schaue nach Lifestyle-
Themen, lese Berichte und gehe auf Messen um zu schauen, was es auf dem Markt (der Eitelkeiten und Verführungen) gibt. Und schließlich liebe ich auch noch Feste, Geselligkeit, Gäste und gutes Essen.
Genug der Eitelkeiten über mich. Ich mache mich jetzt auf die Suche nach Themen und wenn Sie mich demnächst mit grüßen Tüten herumhetzen sehen, sprechen Sie mich doch bitte ganz freundlich an oder laden Sie mich am besten sofort zu einem doppelten Espresso ein, ich kann ihn dringend gebrauchen.
Bis zum nächsten Mal,
Ihre Daisy. die Schönmacherin
Advent
Autorinnentreffen
Schon sitzen sie da. Vier ganz unterschiedliche Charaktere. Groß und klein, laut und leise. Aus verschiedensten Hintergründen. Werbung, Presse, Kunstgeschichte und Redaktion. Sie sollen uns hier aus ihren verschiedenen Blickwinkeln berichten.Die Kommunikation läuft jedenfalls. Die Suppe kommt und vor dem Nachtisch habe ich endlich geschafft, die Runde unterbrechend, das eigentliche Thema des Abends anzusprechen. Wie soll es gehen, das Ineinandergreifen der verschiedenen Texte…..? Wir sind uns einig. Es wird ein Riesenspaß! Lassen wir uns überraschen.
Die Kunst der richtigen Parfümierung
Duftmarken in der richtigen Nase und in dem rechten Gedächtnis hinterlassen eine unauslöschliche Erinnerung. Im Guten, wie im Bösen.
Die Unaufdringlichkeit eines guten Duftes belebt und betäubt nicht. Anregend soll er sein, die Phantasie beleben.
Noch nach Jahren erinnert man sich an den bestimmten Geruch von Menschen, Situationen oder sogar Gebäuden.
Ein Apfelkeller im Winter, ein Häuserboden im Sommer, eine Asphaltstrasse bei Sommerregen und dann diese Keule aus zu süßem Parfüm, die ich lieber verdrängen würde. Könnte man auch, unabhängig vom tatsächlichen Preis, als billig bezeichnen.
Grundsätzlich gilt: Das Parfum sollte bei Sommertemperaturen leichter, bei Minusgraden darf es schwerer sein. Der Menschentyp spielt auch eine große Rolle. Bei herberen Typen darf es etwas mehr, bei süßlicheren Typen eher etwas weniger sein.
Interkulturelle Begegnung
Der Duft des Orients
Der Abend auf der “ Wiesn“ war sogar gelungen!
Ich hatte mich sehr gut amüsiert und nach Kräften geflirtet. Jetzt war es an der Zeit meinen Sohn abzuholen. Deswegen musste ich mich leider verabschieden und fuhr, in bester Bierlaune, mit der U-Bahn gen Babysitter. Mit inspiriert blitzenden Augen saß ich entspannt zwischen Fremden und lachte heimlich in Gedanken in mich rein.
Plötzlich fand ich mich, überraschend Aug in Aug, mit einem Fremden auf der Treppe, nach oben zum Ausgang strebend. Hand in Hand. Der Mann gefiel mir. Sanft geleitete er mich auf die Straße, führte mich in Richtung Kind. An der frischen Luft unterhielten wir uns weiter. Mit Annäherung an den Treffpunkt musste eine Ausrede dienen. Ich beschrieb einen fiktiven Ehemann mit Herkulesmaßen. Das wirkte: Mit einer tiefen Verbeugung und einem Handkuss wurde ich galant entlassen.
Oktoberfest
Zu Besuch beim Halsabschneider
Kleine Jungen lieben spritzendes Blut und Waffen. Auch für diese Vorlieben ist beim Oktoberfest in München gesorgt. Nach ausgiebigem Luftgewehrschießen ging ich vor Jahren, blumen- und anhängselübersät, mit meinem Sohn zur Hinrichtung beim Schichtel.
Für uns war es das erste Mal und wir setzten uns neugierig in die erste Reihe dieses Etablissements. Schon kamen sie daher: die furchterregenden Gestalten, starrten gegen das Licht ins Publikum.
Vom Schaulustigen wurde ich binnen Sekunden zum Opfer.
Zu meinem Erstaunen schob mich mein eigener Sohn, gemeinsam mit der Menge, johlend auf die Bühne. Ich beschloss kein Spielverderber zu sein und übernahm tapfer meine Rolle.
Erst wurde ich angeschuldigt, dann meine Hände gebunden. Als dann die schwarze Zipfelmütze, die noch die Todesangst meiner Vorgänger atmete, über mein Gesicht fiel , raste mein Herz bereits.
Panik ergriff mich: Kein Gedanke an Entkommen. Ich spürte einen festen Griff an meinen Oberarmen, der mich an die richtige Position führte, jemand ergriff etwas neben meinen Füßen und schon wurde mein entsetzter Körper, wie das Hähnchen in den Grill geschoben.
Ein kühler Hauch schnellte an meinem Nacken vorbei. Mir blieb förmlich das Herz stehen.
Show und Wirklichkeit waren sich sehr nahe gekommen. Den Rest der Vorführung habe ich nur schemenhaft in Erinnerung. Mit wankenden Knien, den Schichtelburger in der Hand, wurde ich dankend entlassen. Den Gutschein habe ich gern meinem Sohn überlassen.
Photographs of Karlsbader Wochenende 2010
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Menü
Leicht soll es sein, aber dennoch gehaltvoll. Abwechslungsreich und geschmackvoll. Vier Gänge darf das Ballkleid oder der Frack vertragen, ohne dass die Form perdu ist.
Es soll einen auch nicht betäuben, so dass man das Ende des Diners und das Herannahen des Moccas kaum mehr abwarten kann. Die Unterhaltung darf auch nicht leiden. Denn weder die Gäste, noch das Essen sollen fade sein. Angeregt, prickelnd, inspiriert und witzig. So stell ich mir eine Gesellschaft vor. Die Zeit ist fast unmerklich vorübergegangen, die Augen strahlen wenn erst die Tanzmusik erklingt. Unbeschwerte Füße drängen auf das Parkett. Die Paare schweben im Walzertakt.
GRANDHOTEL PUPP KARLOVY VARY
Menue – Wochenende 23.-26.04. 2010
Festsaal – Galaabendessen 550 – 600 Personen
***
Fleischtomaten-Carpaccio
mit buntem Linsenragout und Erbsensprossen
Feine Selleriecemesuppe
mit grünen Spargelköpfen ergänzt mit Chips
aus italienischem Speck
In Vakuum gebratenes
Kräuter-Spanferkelkotelette
mit jungem Spinat mit Pinienkernen serviert mit
Maispolenta und gedörrten Tomaten
Passionsmousse
angereichert mit Erdbeersorbet und Pyramide
aus frischen Brombeeren
Mitternachtssuppe
Gulaschsuppe
Kleider machen eben doch Leute
Nicht gleich die Form verlieren
Spätestens seit den wilden 50ern und James Dean entledigt man(n) sich bei Hitzewallungen in Disco, Theater, Oper, bei der Arbeit und am liebsten auch bei Einladungen kurzerhand unverkrampft der äußeren Oberbekleidung, falls einem bei Rock n Rollklängen, in der Menge, oder bei der Arbeit der Schweiß nicht nur auf der Stirn steht.
Ich bin ein großer Verfechter konventionellen Verhaltens, so es dem Praktizierenden nutzt. Die Argumente liegen förmlich auf der Hand. Nicht jeder wird beim Ausziehen schöner, die wenig ästhetischen Flecken machen auch nicht anziehender. Der Hexenschuss in fortgeschrittenem Alter dagegen pflegebedürftig. Die Form geht zugunsten eines verknüllten, bald mit dunklen Flecken übersäten Hemdes verloren. Wolle isoliert nicht nur (haben Wüstenvölker bereits seit Jahrhunderten erkannt), sondern hält die Form und Haltung des Trägers, wie man bei Uniformen oder tweedgewandeten englischen Internatsschülern lernen kann.















