Ende des 19. Jahrhunderts hat die Kursaison Hochkonjunktur. Kurgäste und deren Schatten verlangten zunehmend nach Unterhaltung. Karlsbad ist En Vogue.
Das soll auch so bleiben, deswegen wird eine Verbindung zu den bereits bekannten Reitclubs von Wien und Prag geknüpft. Nach Prüfung des Geländes in Dobry, in der Nachbarschaft zur Kurzone, wird der Bau der Rennbahn durch die Stadtverwaltung, vertreten durch Bürgermeister J.Schäffler Stadtrat Leo Mattoni und dem Direktor des Bauamtes Oertl, bewilligt.
Bereits im Sommer kann der Wiener Architekt Alfred Bayer die Rennbahn, mit zwei Tribünen, an den Böhmischen Rennverein übergeben.
Dieser wird, bei dieser Gelegenheit, von seinem Präsidenten Baron Ahrenthal, mit dem Fürsten Fürstenberg und Grafen Czernin repräsentiert.
Ein Restaurant an der Rennbahn wurde von einem Karlsbader eröffnet. Häuserfassaden in deren Nähe gestrichen.
Am Vorabend der ersten Rennwoche entzündete ein Feuerwerk mit Fackelzug die Stimmung.
Im ersten Derby gewann das Pferd des Erzherzogs Otto mit dem passenden Namen: Allweil Fidel. Nach Empfang des Glückwunschtelegramms, seitens des Rennclubs, antwortete Erzherzog Otto: „Besten Dank für Ihren Glückwunsch! Es hat mich sehr erfreut am heutigen Tage auf dieser wunderschönen Rennbahn den ersten Preis gewonnen zu haben und wünsche Eurem Verein von Herzen guten Erfolg.“
Die Karlsbader Rennbahn galt damals als eine der hochwertigsten im ganzen Kaiserreich.
Grosse Teile der lokalen Öffentlichkeit waren ebenfalls interessiert und so applaudierten am letzten Tag des Derbys, neben Prominenten, 15.000 interessierte Zuschauer aus allen Bevölkerungsschichten.
Beim letzten Rennen, einem Steeplechase, kamen von ursprünglich 14 gestarteten Pferden wegen eines Wolkenbruchs nur 4 Pferde an.
Auch das konnte der guten Stimmung keinen Abbruch tun!
Später wurde die Rennbahn parallel auch für Flugtage genutzt. Die berühmten Flugkünstler Borgotti, Arigi und Fritsch luden prominente Zuschauer zu Aussichtsflügen ein.
Im Jahre 1939 wurde die Rennbahn geschlossen und diente bis 1953 als Truppenübungsplatz.
Ab 1953 wurde eine Staatliche Rennbahn bis 1989 betrieben, die anschließend weiter unter der Schirmherrschaft von Karel Holoubek unter dem Namen CITY GOLF & RACING CLUB s.r.o, geführt wird. Im Herzen der Rennbahn wurde im Jahre 2003 ein Golfplatz angelegt.